Die Akne inversa, medizinisch Hidradenitis suppurativa genannt, ist eine entzündliche Erkrankung der Talgdrüsen und der äußeren Wurzelscheide der Haare. Die Talgdrüsen des Menschen sind mit Haaren assoziierte, Fett produzierende Drüsen. Die Talgdrüsen sorgen dafür, dass das Haar, welches von vielen Talgdrüsen umgeben ist, genug Nährstoffe zum Wachstum bekommt. Außerdem produzieren die Drüsen jeden Tag 1-2 g Talg, der die Haut vor dem Austrocknen schützt. Aus bisher noch nicht ganz geklärten Gründen können sich die Talgdrüsen entzünden und somit zur Entstehung von einer Akne inversa führen.

Die Akne inversa kommt hauptsächlich unter den Achseln, der Perigentialregion, der Perianalregion und in der Leistengegend vor. Also überall dort, wo es leicht feucht werden kann (durch Schwitzen), dunkel ist und Haare wachsen.

Bei dieser Krankheit liegt eine Verhornungsstörung der Talgdrüsen vor. Der Ausführungsgang der Drüsen wird verlegt und im Laufe der Zeit sammelt sich immer mehr Hornmaterial in der Drüse an und es kommt schließlich zu einer Entzündung. Die Entzündung ist meistens durch eine Besiedlung mit Staphylococcus aureus Bakterien bedingt. Dieses Bakterium kommt bei vielen Menschen als natürliche Haurtflora vor und ist unter normalen Bedingungen nicht krankheitserregend. Jedoch kann es bei Kontakt mit dem Körperinneren oder mit Strukturen aus dem Inneren, wie die Talgdrüsen es sind, zu einer Infektion kommen.

Die Akne inversa zeichnet sich dadurch aus, dass die Entzündung stets unter der Haut bleibt und von außen nicht entfernt werden kann, z.B durch Ausdrücken. Hinzu kommt, dass durch die Entzündung in der Talgdrüse Eiter entsteht. Mit der Zeit bildet sich in der Drüse eine Zyste aus, die irgendwann aufplatzt. Da aber der Ausführungsgang der Drüsen verlegt ist, verteilt sich der komplette Inhalt, also der gesamte Eiter, unter der Haut und infiltriert die Schweißdrüsen. Durch diese Ausbreitung schreitet die Krankheit voran und kann unbehandelt zu Abszessen und Fisteln führen. Abszesse sind sehr schmerzhaft, der gesamte entzündete Bereich ist druckschmerzhaft und von außen meistens auch sichtbar, da er anschwillt und sich nach außen hinauswölbt. Bleibt ein Abszess unbehandelt, bildet sich daraus eine Fistel, also eine unnatürliche, rohrartige Verbindung zwischen dem Körperinneren und der Oberfläche, die irreversibel ist.

Die gefürchtetste und gefährlichste Komplikation einer Akne inversa ist die Sepsis, eine systemische Blutvergiftung. Dies kann zustande kommen, wenn die Entzündung immer tiefer voranschreitet und Anschluss an die Blutgefäße findet.

Die genaue Ursache der Akne inversa ist noch nicht bekannt. Es gibt aber verschiedene Faktoren, die mit der Entstehung korrelieren und die Krankheit begünstigen. So wurde zum Beispiel festgestellt, dass 80-95% aller Akne inversa Patienten rauchen. Das Einstellen des Rauchens kann die Therapie positiv beeinflussen. Übergewicht ist ein weiterer Risikofaktor, da durch die Adipositas leichter Hautfalten übereinander liegen können und somit die Schweißproduktion fördern. Das männliche Geschlecht und eine Diabetes mellitus Erkrankung wurde auch bei vielen Akne inversa Patienten als Risikofaktor herausgestellt.

Die Therapie der Akne inversa besteht meistens darin, sie chirurgisch zu entfernen. Dabei wird der komplette Entzündungsherd herausgeschnitten. Gleichzeitig kann antibiotisch therapiert werden, um die Staphylokokken abzutöten.